Turmfalken auf dem Schweizermelcherhof in Burg-Höfen

 

Im Juni wurden wir von Herrn Steinhart angerufen, weil drei flugunfähige Jungfalken aus einem alten Krähennest gefallen waren und nach mehreren Stunden bereits etwas unterkühlt waren. Deshalb hatten wir uns sofort mit einem Karton auf den Weg gemacht, um die Falken zu bergen. Bei Greifvögeln ist es nicht vorgesehen, dass die Altvögel solche Nestlinge weiter mit Futter versorgen, sodass sie die Nacht wohl nicht überlebt hätten.

Wir brachten die Nestlinge zu Frau Dr. Musella in Buchenbach, weil sie auch verletzte Singvögel bei sich aufnehmen und pflegen kann. Sie wurden gewärmt und etwas mit Leberstückchen gefüttert, waren also noch nicht sehr geschwächt. Frau Musella hatte die gute Idee diese drei Jungfalken mit ihrer dünnen Flaumbefederung zum Falkner Franz Ruchlak in Löffingen-Bachheim zu bringen. Nach einem Anruf wurde der Mitarbeiter der Musellastiftung, Herr Dr. Linnemann, für den Abend angemeldet. An diesem Abend erfuhr er von Herrn Ruchlak, dass an dem windigen Tag bereits mehrere Jungfalken mit demselben Schicksal von der Feuerwehr, auch in Ihringen, geborgen und gebracht worden waren. Insgesamt waren es 20 Jungfalken, die Herr Ruchlak alle erfolgreich aufziehen und auswildern konnte. Dafür gilt ihm unser großer Dank.

Da Falken relativ ortstreu sind und wir verhindern wollen, dass sich das Geschehen wiederholt, denn das alte Krähennest im alten Baum sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus, ließen wir in der Werkstatt der Diakonie in Kirchzarten eine Nisthilfe für Turmfalken bauen. Dieses mit Rindenmulch ausgelegte Holzhaus wurde Ende November mit Hilfe von Herrn Steinhart in fünf Metern Höhe auf der Südseite der Scheune in der Nähe des Baumes angebracht. So haben die Falken die Möglichkeit sich bis zur Brutzeit neu zu orientieren. Wichtig ist, dass die Nisthilfe mardersicher angebracht wird. Da es dort sehr ruhig ist und ausreichend viele Wiesenflächen für die Greifenjagd zur Verfügung stehen, hoffen wir auf den Einzug und eine erfolgreiche Brut im kommenden Jahr.

 

3. Dezember 2020 Simone Rudloff