Förderung heimischer Insekten

 

 

Nützlich und schön anzusehen sind unsere heimischen Insekten, wenn man nur mal an den prächtigen Schwalbenschwanz oder das in der Luft stehende Taubenschwänzchen denkt. Hummeln, Honig- und Wildbienen bestäuben unsere Nutz-und Wildpflanzen und alle dienen der Ernährung unserer heimischen Vogelarten. Um dem drastischen Rückgang entgegenzuwirken, hat die Gruppe NABU Dreisamtal seit einiger Zeit und besonders in diesem Jahr eine Reihe von Initiativen begonnen.

 

Zunächst muss man erst einmal kennen was man schützen soll. Eine dreistündige Exkursion mit Kindern der NAJU Gruppe in den zauberhaften Garten Am Engenberg in Kirchzarten von Imker Stefan Chab am 01. Juli brachte den interessierten Kindern viel Anschauliches über den Fleiß der Bienen, ihre Fähigkeiten und ihre Haltung.

 

 

Dabei durften die Kinder der aus dem Kasten genommenen Wabe eines besonders friedfertigen Volkes ganz nah kommen und sogar Drohnen auf die Hand nehmen, da diese ja nicht stechen können. 18 solche Völker mit bis zu 40 000 Bienen pro Volk werden vom Imker gehalten. Viele Sammelbienen können zu dieser Zeit ihren Hunger auf Nektar und Pollen nur im angrenzenden Wald befriedigen, woraus sie leckeren Waldhonig herstellen. Vom süßen „Imkerkaugummi“ (Wachs, Honig und etwas Propoli) wollten die Kinder gar nicht mehr lassen.

 

So viele Insekten bräuchten eigentlich nach der Obstbaumblüte Blütenpflanzen auf Wiesen. Doch diese sind rar geworden, denn sie werden von den Landwirten zu intensiv genutzt, immer mehr bebaut und viele private Gärten bieten zu wenige einheimische Insektenpflanzen. Deshalb unterhält der NABU Dreisamtal in Kirchzarten, bei der Husemannklinik und außerdem seit diesem Jahr auf einem ehemaligen Ackergelände sowie zwei Randstreifen des Lebensgartens Dreisamtal eine bunte Wildblumenwiese. Die Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter des Lebensgartens haben das Gelände gefräst und geeggt, die NABU- Gruppe verschiedenes zertifiziertes Saatgut gebietstypischer Wildblumen gekauft und im Frühjahr ausgesät. Geht man zur Zeit durch die entwickelte Wildblumenwiese hindurch, um die konkurrierenden Beikräuter zu entfernen, kann man sich an den summenden und bunten Insektenscharen erfreuen. Im nächsten Jahr, wenn die zweijährigen Pflanzen keimen werden, wird die Blühwiese wieder ein anderes Bild abgeben. Wenn für den Boden die richtige Samenmischung ausgewählt wurde, kann man sich mindestens fünf Jahre daran erfreuen. Wird zur richtigen Zeit und selten gemäht, dann kann man sogar einen dauerhaften Zustand erreichen.

 

Auch im öffentlichen Grün der Gemeinden können solche Blühwiesen etabliert werden, was dieses Jahr in Kirchzarten teilweise schon erfolgt ist. Viele Menschen freuen sich über deren Anblick und das Leben, was damit in die Siedlung gebracht wird. Natürlich könnten auch umweltbewusste Landwirte ein paar Ackerrandstreifen dafür hergeben, da ist noch viel Luft nach oben.

 

Auch im Rahmen der Vortragsreihe hat der NABU sich dieses Jahr des Themas angenommen und im Juni eine Veranstaltung zum Thema Wildbienen und Ackerrandstreifen angeboten. Am Samstag, dem 15. Juli 2017 fand die Schmetterlingsnacht im Dreisamtal statt, wo es um die Erkundung der Nachtfalter gegangen ist. Näheres zum Thema auf der Homepage der Gruppe NABU Dreisamtal.

 

Text und Bilder: Simone Rudloff

 

Der Waldkauz

Vogel des Jahres 2017 -  Der Waldkauz  Foto: NABU/Marcus Bosch
Vogel des Jahres 2017 - Der Waldkauz Foto: NABU/Marcus Bosch

Machen Sie uns stark

Online spenden

Naturschutzjugend

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr