Vogelkirsche

(Prunus avium)


 

Vorkommen

Verbreitet in ganz Europa bis Kaukasus , Krim und Vorderasien (Türkei, Iran)

Wuchshöhe

15-20, selten bis 30m

Stammdurchmesser

50-80 cm

Rinde

Glatt, rot braun glänzend, später rissig

Blätter

Etwas zugespitzt, bis 7cm lang, elliptisch, glatt und glänzend

Herbstfärbung

rot

Blüten

April-Mai, strahlend weiße, 5 blättrige Blüten (vgl. Kirschblüte in Japan!)

Früchte

Kleine, eher bittere Kirschen mit wenig Fruchtfleisch, gern von Vögeln gegessen

Alter

Meist bis max. 100 Jahre

Nutzung

v.a. die kultivierten Formen, nach Apfelanbau 2. wichtigster Obstbaum in Deutschland (nach Fläche, aber niedrigerer Ertrag pro Hektar als z.B. Birnen), 2007 2,15 Millionen Kirschbäume in Deutschland, davon 40% in Baden-Württemberg

Verwendung des rötlichen Kirschbaumholzes als Furnier, für Möbel,

Besonderheiten

Familie der Rosengewächse

Schnell wachsend

Kultivierten Formen mit süßeren und größeren Früchten werden in der Regel als "Süßkirsche" bezeichnet

 

Mythen und Legenden

Kirschbäume werden oft mit Wald- und Baumgeistern in Verbindung gebracht, die unter ihnen hausen sollen, ebenso die Seelen Verstorbener. Vor allem in Vollmondnächte galt es als hoch gefährlich, sich einem Kirschbaum zu nähern. In der Mythologie gilt er als Mondbaum und ist somit mit Weiblichkeit assoziiert. Die Früchte stehen für Liebe und Sexualität.

Im alten Griechenland waren Kirschbäume der Göttin der Fruchtbarkeit Artemis geweiht, welche auch mit der Unterwelt in Verbindung steht. Auch hier zeigt sich die Verbindung zu Tod einerseits und Leben und Geburt andererseits. Wie so viele alte Symbole, wurde vom Kirschbaum im Christentum nur noch die unheimliche, böse Seite betont. Der Baum galt als Symbol für ein "gefallenes Mädchen", die Früchte standen für Wollust.

 

Giftstoffe

Die Kerne der Kirschen enthalten so wie andere Obstkerne wie Aprikosen oder Bittermandel Cyanid (Blausäure). Da diese aber in der Regel nicht verzehrt werden, stellen sie für den Menschen keine Gefahr dar.

 

Einsatz in der Volksmedizin

Kirschkerne werden getrocknet und in ein Kissen eingenäht als Wärmekissen verwendet. Die Stiele als Tee aufgekocht sollen schleimlösend bei Husten wirken. Das Harz ("Kirschgummi") des Kirschbaums, in Wein eingelegt oder als Tinktur, soll dagegen bei trockenem Husten den Hustenreiz mildern.

 

Verfasserin: Dr. Insa Joost


Download
Diese Seite als PDF herunterladen
Vogelkirsche.pdf
Adobe Acrobat Dokument 585.9 KB