Rückenschwimmer (Notonecta sp.)  Wasserwanzen (Nepomorpha) Wanzen (Heteroptera)

Ansicht von der Rückenseite, im Wasser also von unten
Ansicht von der Rückenseite, im Wasser also von unten

Das besondere Kennzeichen dieser Gattung ist, dass sie stets mit der Bauchseite nach oben schwimmen. Da sie empfindlich stechen können, werden Rückenschwimmer im Volksmund auch „Wasser-bienen“ genannt.

Merkmale

Die Wanzen erreichen Körperlängen zwischen 13,5 und 16 Millimetern. Die Bauchseite ist flach. Die Rückenseite ist bootsförmig gewölbt und die Flügel sind dachförmig gestellt. Der Luftvorrat der Wanzen befindet sich hauptsächlich auf der Bauchseite. Durch den positiven Auftrieb im Wasser dreht sich die Unterseite der Tiere nach oben. Die Flügel sind trotz ihrer aquatischen Lebensweise sehr kräftig und vollständig ausgebildet.

Ansicht von der Bauchseite, im Wasser also von oben
Ansicht von der Bauchseite, im Wasser also von oben

 Vorkommen

Die Art „Gemeiner R.“ (N. glauca) kommt in ganz Europa, östlich bis in den Osten Sibiriens und über Zentralasien nach China vor, ist die häufigste Art ihrer Gattung in Mitteleuropa und überall häufig zu finden. Sie lebt in Tümpeln, Teichen und an Seeufern. Auch in größeren und tiefen Regenpfützen können die Tiere existieren. Sie kommt in den Alpen bis etwa 1.800 Meter Seehöhe vor.

Lebensweise

Fast alle Rückenschwimmer sind Räuber, die sich von allen Insekten ernähren, die sie überwältigen. Selbst kleine Fische und Kaulquappen werden gefressen. In Rückenlage verharrt das Tier unter der Oberfläche, um auf Beute zu warten, die entweder zum Atmen an die Oberfläche kommt oder in erreichbarer Nähe vorbeischwimmt.
Zum Atmen durchstößt der Rückenschwimmer mit der Hinterleibspitze in Rückenlage die Wasseroberfläche. Die Mittel- und Vorderbeine stützen das Tier, welches durch den Luftvorrat leichter als Wasser ist, gegen die Oberflächenspannung des Wassers ab. Die Hinterleibsspitze ragt aus dem Wasser heraus. Diese ist von einem unbenetzbaren Haarkranz umgeben und kann so das Oberflächenhäutchen durchstoßen. Beim Herausstrecken des Hinterleibes klappen an der Bauchseite zwei tunnelbildende Borstenreihen auf und nehmen Luft in sich auf. Diese schließen sich wieder beim Abtauchen. Diese Zuführungskanäle stehen mit Hohlräumen an der Brust und unter den Flügeln in Verbindung. Rückenschwimmer sind so förmlich mit Lufträumen umgeben. Durch diesen Luftvorrat wird der Auftrieb so stark, dass sie beim Tauchen heftig mit den Hinterbeinen rudern oder sich mit den beiden vorderen Beinpaaren festhalten müssen.
Bei genügend warmem Wetter krabbeln sie an Land, trocknen ihre Flügel (was bis zu 15 Minuten dauern kann) und fliegen, vorwiegend um neue Wasserstellen aufzusuchen.

 

Paarung und Entwicklung

Die Paarung findet in der Regel nach der Überwinterung statt, kann aber auch schon im Herbst erfolgen. Die Weibchen stechen ihre etwa 200 Eier zwischen Februar und April mit ihrem kurzen Legebohrer (Ovipositor) in Pflanzenmaterial ein. Die Elterngeneration stirbt bis Mai, die Imagines der neuen Generation sind ab Ende Juli und Anfang August voll entwickelt. Rückenschwimmer sind wie alle Wanzen hemimetabol. Sie durchlaufen fünf Larvenstadien, die über Häutungen ineinander übergehen. Die Larven werden dabei dem erwachsenen Tier allmählich immer ähnlicher. 

Text nach Wikipedia gekürzt.

Bilder: Rrausch1974 – Eig.Werk, Wikimedia CC BY-SA 3.0 und Holger Gröschl – Eig.Werk, Wikimedia CC BY-SA 2.0

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Vogel des Jahres 2017 -  Der Waldkauz  Foto: NABU/Marcus Bosch
Vogel des Jahres 2017 - Der Waldkauz Foto: NABU/Marcus Bosch

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