Taumelkäfer (Gyrinis sp.) – Taumelkäfer (Gyrinidae)

Die Taumelkäfer, auch Dreh- oder Kreiselkäfer, sind eine Familie der Käfer. Sie leben auf der Oberfläche von Gewässern, wo sie in extrem schnellen Kreis- oder Spiralbewegungen umherschwimmen.

Merkmale

 

Taumelkäfer sind 3,5 bis 8 Millimeter groß, länglich-oval, meist glänzend-schwarz mit in den Brustabschnitt versenktem Kopf (geschlossene Körperkontur) und schwarzer, gelbroter oder rotbrauner Unterseite. Kennzeichnend sind die kurzen stiftförmigen Fühler, die langen Vorderbeine und die kurzen verbreiterten Mittel- und Hinterbeine. Die Hinterbeine sind zudem mit starken Borsten besetzt.

Vor allem durch die Ausgestaltung der beiden hinteren Beinpaare als Ruderbeine sind sie hervorragend an die Bewegung im Wasser angepasst Das Vorderbeinpaar ist durch seinen völlig andersartigen Bau nicht zum Schwimmen geeignet – es dient als Greiforgan (Beute, Kopulation, Festhalten unter Wasser). Die Vordertarsen des Männchens sind, wie bei Männchen anderer Wasserkäferfamilien (siehe auch Gelbrandkäfer), verbreitert und mit zahlreichen Saugnäpfen versehen (Kopulationshilfe).

Die Komplexaugen der Taumelkäfer sind in eine obere und eine untere Hälfte getrennt. Luft und Wasser haben einen unterschiedlichen Brechungsindex. Als Anpassung daran sind die Augenteile entstanden. Sie sind durch ihren Aufbau an das jeweilige Medium angepasst und scharf voneinander getrennt. Dadurch kann der Käfer an der Wasseroberfläche schwimmend gleichzeitig unter Wasser und in der Luft die Umgebung beobachten.

 

Vorkommen

 

Stehende und mäßig fließende Gewässer. In Europa sind 19, in Mitteleuropa 13 Arten bekannt.

 

Lebensweise

 

Taumelkäfer sind die einzigen Käfer, die die Wasseroberfläche besiedeln. Die Tiere leben oft gesellig (Schwarmbildung, oft mehrere hundert, auch mehrerer Arten) an der Oberfläche (Körper unbenetzbar), wo sie auf dem Wasser lebende oder verunglückte Insekten erbeuten oder auch nach Nahrung tauchen. Die Käfer bewegen sich, besonders bei Sonnenschein, rasant kreisend mit einer Geschwindigkeit bis zu 50 Zentimetern pro Sekunde und sind gute Flieger.

 

Paarung und Entwicklung

 

Die Kopulation erfolgt auf oder unter dem Wasser, bei einigen Arten an Land. Die Eier werden in Schnüren unter Wasser an Wasserpflanzen geklebt. Nach zehn Tagen bis drei Wochen schlüpfen die Hundertfüßer-ähnlichen Larven, die sich dann ständig in der Mulmschicht des Gewässerbodens aufhalten und dort nach Beutetieren suchen.

Die Larven atmen den im Wasser gelösten Sauerstoff mit Hilfe von Tracheenkiemen.

Zur Verpuppung steigen die Larven aus dem Wasser und verwandeln sich arttypisch entweder auf Wasserpflanzen oder in kleinen Erdhöhlen bzw. in einem aus Körperausscheidungen, Pflanzenteilen und Erde gefertigten Kokon. Nach etwa ein bis neun Wochen schlüpfen die Jungkäfer und überwintern an Land unter Steinen, an Überwasserteilen von Wasserpflanzen und wohl auch unter Wasser. Vermutlich wird in diesem Fall der lebensnotwendige Sauerstoff aus Gasblasen bezogen, die sich an Wasserpflanzen befinden.

Text nach Wikipedia verkürzt.

Bilder: Edmund Reitter (1845-1920): "Fauna Germanica: Die Käfer des deutschen Reiches" 1909 und Lugger, Otto - Fifth annual report of Entomologist of State Experiment Station University of Minnesota. 1899

 

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Vogel des Jahres 2017 -  Der Waldkauz  Foto: NABU/Marcus Bosch
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